Jugendprojekt in Mazedonien

Am 15. April starteten wir mit 14 Teilnehmer zum zweiten Teil des trilateralen Jugendprojekt „One makes a difference“. Mit dem Flugzeug ging es nach Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien. Von dort aus brachte uns ein Bus nach Struga, einer wunderschönen, kleinen Touristenstadt am Ohridsee im Südwesten des ehemals jugoslawischen Landes.
Dort würden wir mit Jubel und Wiedersehensfreude von den urkrainischen und mazedonischen Teilnehmer begrüßt, die wir im Dezember 2016 kennengelernt hatten. Trotz den Strapatzen der Reise, folgten wir danach gern noch der Einladung zu einer Mitternacht-Ostermesse in der Kirche.

Bevor wir morgen mit den Workshops beginnen, haben uns unsere Gastgeber heute mit Ohrit eine der ältesten Städte in Mazedonien vorgestellt. Diese wunderschön gelegene Stadt, grenzt an den gleichnamigen See, der wiederum einer der ältesten Seen Europas ist.
Wir waren bei einer orthodoxen Kirche, die etwa 900 n.Ch. gebaut wurde. Einer weiteren Kirche wurde zwischen den noch vorhandenen Restmauern neu erbaut und die nächste drohte fast in den See zu fallen. In der Region Ohrit gibt es 365 Kirchen.
Wesentlich älter sind die noch sehr gut erhaltenen Überreste eines 200 v.Ch. erbauten Amphitheaters. Wir probierten gleich mal die Akustik aus. 1200 Besucher fanden hier Platz und sahen mit dem dahintergelegenen See in eine wunderschöne Kulisse.  Ohrid ist heute eine Touristenmetropole.

In Struga (Mazedonien) hat es heute den ganzen Tag geregnet – das richtige Wetter für die geplanten Workshops. Wir knüpften an die Grundlagen zur Entstehung von Diskriminierung an, die wir im Dezember in Prenzlau erarbeitet hatten. Oh man, wie schnell passiert es, dass Jemand, der anders denkt oder ist, ausgegrenzt wird. Wie oft nehmen sich die „Ausgrenzer“ nicht die Zeit, sich über Hintergründe kundig zu machen. Statt zu verstehen und dann objektiv beurteilen zu können plappern sie diskriminierende Parolen nach. Wo fängt Ausgrenzung an und wie weit führt Diskriminierung … ?
Zur Auflockerung gab es, passend zur Osterzeit, Spiele rund um’s Ei oder, auch für uns, Spiele die Berührungsängste abbauen.

Am Dienstag zeigte sich das Wetter wieder von seiner freundlichen Seite. An Minusgrade, wie bei uns zu Hause, war hier lange nicht zu denken. Den Vormittag nutzten wir zu Gruppenspiele in Struga. Jede Gruppe musste bestimmte Punkte in der Stadt finden und deren Entstehungsgeschichte oder Bedeutung herausfinden. Zwischendurch waren ländertypische kurze Spiele gefragt. So wurde beispielsweise spontan „Stille Post“ gespielt oder getanzt. Einige ukrainische und mazedonischen Spiele ähnelten unseren Bewegungsspiele.
Den Nachmittag nutzten wir, um die Vorstellung unsere Exponate vorzubereiten. Es wurde geschrieben, beraten und gemalt. Über den Zeitraum zwischen den Projektteilen hatten wir viele Informationen zu Personen oder Gruppen gesammelt.  Am Abend wurde ein ukrainischer Film gezeigt.

Heute hatten wir bei der Vorstellung unserer Personen, die sich gegen Diskriminierung gestellt haben, eine große Bühne. Teilnehmer*innen eines ähnlich gearteten Studentenprojekt waren dabei.
Ansonsten nutzten wir diesen nasskalten Tag, um in jeweils anderen Sprachen ganze Sätze zu lernen. Kurioserweise suchten sich fast alle regelrechte Zungenbrecher raus. Zehn zahme Ziegen … hören sich im ukrainischen oder mazedonischen Akzent noch schwieriger an.

Die Abschiedsstimmung beherrschte den heutigen Tag. Am Vormittag führen die ukrainischen und mazedonischen Projektteilnehmer nach Hause. Wir blieben mit den Email- und Handykontakten zurück. Einige von uns sind wild entschlossen, mal in die Ukraine zu fahren. Olena, die Betreuerin der Ukraine plant auch schon nächste Projekte. Vielleicht gibt es ja mal ein Wiedersehen.
Die ganz Mutigen von uns gingen noch baden (Luft und Wasser ca 10 Grad), Wanderfreudige gingen in Richtung Berge und alle wollten noch Andenken und Mitbringsel shoppen.
Morgen früh fahren wir nach Skopje zurück, schauen uns die Stadt an und fliegen am Sonnabend Mittag zurück nach Berlin.

Nun heißt es auch für uns zu gehen. Am Vormittag sind wir die fast 200 Kilometer nach Skopje durchs Land gefahren. Den Nachmittag nutzen wir, um uns die mazedonische Hauptstadt anzuschauen. Unser unscheinbares Hostel scheint wie für uns gemacht. Von hier aus geht es morgen zum Flughafen Skopje und zurück nach Berlin.
Und … schön war’s!

 

Das Projekt wird gefördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

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